Wasserbüffel in VenezuelaFahrt zur Guacharo-Höhle

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© Eckbert Heinenberg

Wasserbüffel und Guácharo-Vögel


Während unserer Zeit dort machten wir mit Manolo zwei Tagesausflüge: Einen zur Büffelfarm in den Llanos und einen zur Guácharohöhle weiter südlich.

Auf der Büffelfarm werden Wasserbüffel zur Milch- und Fleischerzeugung gehalten. Wasserbüffel werden ja mittlerweile fast weltweit in den geeigneten Klimaten und Landschaften als Nutztiere gehalten. Sie eignen sich besonders zur tierischen Erzeugung durch eine ökologisch orientierte Landwirtschaft in sonst schwer nutzbaren Gegebenheiten. Hier in Venezuela sind es die Llanos, eine Landschaft weiter Ebnen, bewachsen von einer Savanne, durchsetzt von Wasser und in der Regenzeit teilweise überflutet. Diese Bedingungen sind für die konventionelle Landwirtschaft so schlecht wie sie günstig für die Zucht und Aufzucht von Wasserbüffeln sind. Die Büffelfarm gehört ebenfalls zur Corpo Medina, und im Restaurant der Playa wurden auch Büffelkäse und Büffelleisch serviert. Es war ein sehr interessanter Ausflug.
Wasserbüffel der Corpo Medina
Die Herde der Wasserbüffel im Pferch
Mouseover zeigt Einzelportrait
 
Auf der Büffelfarm gab es eine zahme junge Boa, die es sich ohne weiteres gefallen ließ, angefasst zu werden, eine Gelegenheit, die man nicht oft hat. Die Schlange sollte dort aber nicht behalten werden, man wollte sie demnächst wieder in die Freiheit entlassen. Neben einfach nassem Grasland kamen auch offene Wasserflächen vor, in denen es auch Kaimane geben sollte. Leider haben wir aber keinen von ihnen gesehen. Aber das wäre bei einer solchen kurzen Stippvisite auch ein wenig viel verlangt, denn immerhin handelt es sich ja um freilebende Wildtiere. Übrigens kann ich jedem nur empfehlen, in einen Einbaum vorsichtig einzusteigen. Es könnte sein, dass man sonst ein unfreiwilliges Vollbad nimmt, was mir um Haaresbreite erspart geblieben ist.
In den Llanos von Venezuela
 
In den Llanos kommen auch Flächen
offenen Wassers vor. Mouseover
zeigt die junge Boa.

Die ganze Corpo Medina ist übrigens eine Gründung des Deutsch-Venezolaners Wilfried Merle, der, wenn ich das richtig weiß, als Entwicklungshelfer nach Venezuela kam und dann dort geblieben ist. Er hat die Corpo Medina in vielen Jahren aufgebaut. Sie ist ein Projekt, das Öko-Landbau, naturverträglichen Tourismus und vieles andere zum Nutzen der einheimischen Bevölkerung betreibt. Eine enorme Leistung, die dem entsprechend viel Anerkennung aus allen Richtungen erfahren hat. Wie das ganze Projekt sich weiter entwickelt, gerade angesichts der vielen politischen Veränderungen in Venezuela, das kann natürlich nur die Zukunft zeigen. Aber ich glaube kaum, dass die vielen positiven Veränderungen, die es bewirkt hat, nicht dauerhaft erhalten werden. Denn alles, was dort erreicht wurde, ist schließlich zum Nutzen der einheimischen Bevölkerung geschehen.

Frisch abgekalbte Wasserbüfelkuh mit ihrem Nachwuchs Llanos und Büffel
Dieses kleine Wasserbüffelchen war
gerade eine halbe Stunde alt.
Mouseover zeigt es ganz groß!
 
In der Weite der Llanos wechseln trockene
und nasse Stellen ab. Eine gute Gegend
für die Wasserbüffel (Mouseover)

Die andere Tagestour führte zur Cueva del Guácharo, der Guácharo-Höhle.

Die bekannte Guacharo-Höhle in Venezuela
Wo diese Tafel steht, sind Sie bei der
Cueva del Guácharo angekommen
Mouseover zeigt den Höhleneingang
 
Sie liegt in einer landschaftlich vielseitigen Gebirgsregion und der Ausflug führte uns damit wieder in eine ganz andere Umgebung. Diese größte Höhle Venezuelas ist ein bekanntes Naturwunder. Das eigentlich Besondere ist jedoch nicht allein die Größe der Höhle (sie soll gut 10 Kilometer lang sein), sondern die Kolonie der Guacharo-Vögel, im Deutschen Fettschwalme genannt, die in der stockduklen Höhle leben. Es sollen ca. 50.000 dieser Tiere hier wohnen und ihre Jungen aufziehen. In früheren Zeiten wurden die Jungvögel wegen ihres reichlichen Fettansatzes genutzt. Heute stehen die Guácharo-Vögel unter Naturschtz und dürfen nicht mehr getötet werden.

Guacharo-Vogel
 
Präparat eines Guácharo-Vogels im
Info-Centrum. In der Höhle selbst war es
zu dunkel für eine Videoaufnahme.
Die Fettschwalme haben eine für Vögel sicher nahezu einmalige Methode, sich zu orientieren: sie nutzen Ultrashall, um sich in der absoluten Finsternis der Höhle bewegen zu können. Dabei erzeugen sie klickende Laute, die wir auch hören konnten. Allerdings muss man sich dazu schon Mühe geben, denn außer diesen stoßen sie ein gradezu infernalisches Geschrei aus, das eine Unterhaltung in den Bereichen der Höhle, die sie bewohnen fast unmöglich macht. Es sind recht große Vögel mit bis zu 1 Meter Flügelspannweite und sie können sehr elegant fliegen. Angesichts ihrer Anpassung an das Leben im Dunklen, verwundert es sicher nicht, dass sie zur Nahrungssche die Höhle bei Nacht verlassen. Ich nehme an, dass sie die einzigen nachtaktiven Vögel sind, die nicht auf Beutefang ausgehen, sondern sich vegetarisch ernähren, vor allem von den Samen der Palmen, aber auch von anderen Früchten. Eine umfassende Information bekommt man in einem Info-Zentrum direkt bei der Höhle.

Auf den Strassen in Venezuela
Ein typisches Straßenbild auf den
Landstraßen in Venezuela.
Mouseover zeigt noch eins
 
Auch die An- und Abfahrten zu diesen Zielen waren natürlich interessant, weil wir unterwegs vieles am Wegrand sehen konnten und durch unterschiedliche Landschaften fuhren. Manolo blieb uns keine Erklärungen schuldig. Was uns auch ins Auge fiel, waren die Gewohnheiten im Personentransport. Denn die Menschen fahren ohne weiteres auf der Ladefläche von Pick-Ups oder LKWs mit, ein Zustand, der bei und sicher undenkbar wäre. Saßen sie doch teilweise auf sichtbar wackeliger Ladung, was die Guardia aber offenbar ganz normal fand. Und natürlich gab es auch immer wieder Lastesel oder auch Reiter, die mit ihren Pferden unterwegs waren, weil es einfach ihre Fortbewgungsart war, nicht zum bloßen Vergnügen wie meist in Europa.

Unangenehm fand ich das Vorhandensein von Kontrollposten der Guardia überall im Land. Auch wenn wir auf den Fahrten keinmal kontrolliert wurden, wirkten der Anblick der Stationen und das Bewusstsein der Möglichkeit, sich Kontrollen in Stationen mit Schlagbaum mitten im Land eventuell gefallen lassen zu müssen, äußerst abstoßend auf mich. Es verursachte bei mir ein Gefühl von Unfreiheit, das man bei uns zu Haus nicht kennt.

 


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